Erfahrungsbericht: Einstellungstest Offizier Truppendienst
Nach seinem Studium hat sich Tom (27) für die Laufbahn als Offizier im Truppendienst bei der Bundeswehr beworben. Hier berichtet er, wie das mehrtägige Auswahlverfahren mit Assessment Center, Sporttest und psychologischem Interview ablief.
Ich habe mich nach meinem Studium bei der Bundeswehr für die Laufbahn als Offizier im Truppendienst beworben. Mir war wichtig, später Führungsverantwortung zu übernehmen und gleichzeitig einen Beruf zu haben, der nicht jeden Tag gleich abläuft. Vor dem Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst hatte ich allerdings ziemlich Respekt, weil man immer wieder hört, dass gerade die Offizierslaufbahn besonders anspruchsvoll sein soll.
Die Einladung zum Assessment Center bekam ich einige Wochen nach meiner Bewerbung. Das Auswahlverfahren war auf mehrere Tage verteilt. Bereits am Anreisetag wurde klar, dass dort alles sehr genau organisiert ist. Nach der Anmeldung erhielt jeder Teilnehmer einen persönlichen Ablaufplan mit allen Terminen und Prüfungen. Anschließend mussten wir direkt einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen.
Dabei ging es unter anderem um die eigene Motivation, persönliche Stärken und Schwächen sowie um prägende Erfahrungen aus Schule, Studium oder Beruf. Außerdem wurde gefragt, wie man zum Thema Auslandseinsatz steht und ob man sich der Verantwortung des Soldatenberufs bewusst ist. Genau solche Fragen ziehen sich später durch das gesamte Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst.
Aufsatz und computergestützter Eignungstest
Am nächsten Morgen begann das eigentliche Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst schon sehr früh. Nach dem Frühstück startete zunächst der schriftliche Aufsatz. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, ob man sich klar ausdrücken und seine Gedanken logisch strukturieren kann. Das Thema war gesellschaftlich aktuell und man musste innerhalb kurzer Zeit einen verständlichen und gut aufgebauten Text schreiben. Zeitlich war das schon knapp.
Danach folgte der computergestützte Eignungstest. Dieser bestand aus mehreren Abschnitten und hat insgesamt einige Stunden gedauert. Im Sprachteil wurden Rechtschreibung, Grammatik und Wortverständnis geprüft. Anschließend kamen Mathematik-, Konzentrations- und Logikaufgaben. Einige Aufgaben wirkten zunächst einfach, wurden durch den Zeitdruck aber deutlich schwieriger.
Besonders fordernd fand ich die Konzentrationstests. Dort musste man sehr schnell Muster erkennen oder Symbole richtig zuordnen. Zusätzlich gab es noch Fragen zu Persönlichkeitsmerkmalen und zum eigenen Verhalten in bestimmten Situationen. Man merkt im Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst schnell, dass nicht nur Wissen zählt, sondern auch Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit.
Gruppensituationsverfahren und Vortrag
Am spannendsten fand ich persönlich das Gruppensituationsverfahren im Assessment Center. Dieser Abschnitt im Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst unterscheidet sich deutlich von den klassischen Tests, weil dort vor allem das Verhalten innerhalb einer Gruppe beobachtet wird.
In einem Planspiel sollten wir gemeinsam entscheiden, wie zusätzliche Ressourcen verteilt werden. Jeder Teilnehmer hatte dabei eine andere Rolle und eigene Interessen. Man musste diskutieren, argumentieren und gleichzeitig versuchen, die Gruppe zu einem Ergebnis zu bringen. Die Prüfer haben dabei die ganze Zeit aufmerksam beobachtet und Notizen gemacht.
Im zweiten Planspiel ging es darum, gemeinsam eine Art Einsatz- beziehungsweise Arbeitsplanung zu erstellen. Dort wurde vor allem darauf geachtet, wie man unter Zeitdruck kommuniziert und ob man andere Meinungen akzeptiert.
Zum Schluss musste jeder Bewerber noch einen kurzen Vortrag halten. Dafür bekam man ein Thema und etwa 20 Minuten Vorbereitungszeit. Mein Thema hatte mit Veränderungen in der Arbeitswelt zu tun. Der Vortrag selbst dauerte nur wenige Minuten, aber gerade das freie Sprechen vor mehreren Personen war deutlich anstrengender als gedacht.
Psychologisches Interview
Nach dem Gruppensituationsverfahren stand das psychologische Interview an. Dieser Teil im Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst war deutlich persönlicher als die vorherigen Tests.
Im Gespräch ging es zuerst um meinen bisherigen Lebenslauf, mein Studium und meine beruflichen Ziele. Danach wollten die Prüfer genauer wissen, warum ich Offizier im Truppendienst werden möchte und wie ich mir die Laufbahn vorstelle. Auch Themen wie Führungsverantwortung, Stresssituationen und Auslandseinsätze wurden angesprochen.
Einige Fragen bezogen sich direkt auf den Fragebogen vom ersten Tag. Dadurch wurde schnell deutlich, ob man ehrlich geantwortet hat oder nicht. Insgesamt dauerte das Gespräch ungefähr 45 Minuten. Die Atmosphäre war ernst, aber trotzdem respektvoll.
Ärztliche Untersuchung
Nach dem Interview folgte im Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst noch die ärztliche Untersuchung. Dort wurden unter anderem Seh- und Hörtest durchgeführt sowie Blutdruck, Größe und Gewicht kontrolliert. Zusätzlich musste man Fragen zu früheren Verletzungen, Allergien oder möglichen Vorerkrankungen beantworten.
Der Arzt erklärte anschließend, für welche Verwendungen man gesundheitlich geeignet ist. Insgesamt lief die Untersuchung ruhig ab, auch wenn man zwischen den einzelnen Stationen teilweise länger warten musste.
Sporttest und Einplanung
Natürlich gehört zum Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst auch der Basis-Fitness-Test. Dieser bestand aus Sprinttest, Klimmhang und Ergometertest. Besonders der Ergometertest war anstrengend, weil man über mehrere Minuten konstant Leistung bringen musste.
Nach Abschluss aller Prüfungen ging es am letzten Tag zur Einplanung. Dort wurden die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten erklärt und man konnte Wünsche zu Standort oder Truppengattung äußern. Zum Glück konnte ich am Ende relativ nah an meinen Vorstellungen eingeplant werden.
Als schließlich feststand, dass ich das Auswahlverfahren für den Offizier im Truppendienst bestanden hatte, war ich vor allem erleichtert. Die Tage waren deutlich intensiver, als ich vorher erwartet hatte.
Tom, 27 Jahre
Einstellungstest Bundeswehr üben: eTrainer-Onlinetest (kostenlos)
Der eTrainer macht dich fit für deinen Einstellungstest bei der Bundeswehr. Mit dem Online-Testtrainer lernst du Aufgaben aus allen typischen Testbereichen samt Lösungswegen kennen. So weißt du, worauf es ankommt, und behältst im „richtigen“ Test den Durchblick. Geeignet für alle militärischen Laufbahnen und zivilen Berufe bei der Bundeswehr.
empfohlen von:

